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Neues Programm des Amateurkabaretts im 45. Jahr seines Bestehens
Ob Politiker, mündige Bürger oder Stammtischbrüder und –schwestern, Ich sach
ma ist für alle eine vertraute, kommunikative Sprechblase, um ins Gespräch zu
kommen. Ihre Besucher mitnehmen wollen die bewährten Akteure Kirsten
Gerlhof, Dietmar Möller (Piano), Rolf Mietke, Guido Niemeyer und Oliver Roth
unter der Leitung von Birger Hausmann und Regieassistent Jürgen
Juchtmann. Natürlich beschäftigen sich die Stichlinge mit den
allgegenwärtigen Themen wie Integration, Umfragewerte der Parteien, mit dem
Koalitions–Tohuwabohu und den mächtigen Lobbyisten. Auch die Rentengarantie, die
Hartz IV–Erhöhung, die teure Gesundheitsreform, und die unendliche Geschichte
der Banken werden bestichelt. Schließlich folgt die Erleuchtung durch die
Energiekonzerne, während die Bahn Angst vor der Achse des Bösen hat und
einhellig festgestellt wird: Die Welt ist eben doch eine Google. Da
wissen die Genossen nicht, ob sie rot oder grün anlaufen, wenn sie an
Stuttgart21 denken. Die Kanzlerin wirft sich als Wahllokomotive vor den Zug und
mancher versteht nur noch Bahnhof. Während die Lobbyisten die Polit–Puppen
tanzen lassen, strahlt der atomare Opa Gelassenheit aus. Bevor Besserverdienende
stärker zur Kasse gebeten werden, wollen die Parteien im Arbeitskreis Spenden
mit gutem Beispiel voran gehen. So opfern gleich mehrere Politiker großzügig die
zweite Hälfte ihres Doppelnamens. Dass Rasenmähen weit mehr sein kann, als
nur in der Mittagszeit endlich vom Nachbarn bemerkt zu werden, erläutert
anschaulich ein Experte für Mulchen und Vertikutieren. Um das Image der
Geisterbahn aufzupolieren, hat das DB Management beschlososen, für entnervte
Fahrgäste mobile Konfliktbewältiger und Seelsorger einzusetzen. Beharrlich
versuchen die Akteure herauszufinden, ob eine Glühbirne mit dem Strom eines
Energiemonopolisten heller leuchtet als bei einem Billigstromanbieter. Auch
im 45. Jahr ihres Bestehens werden die Stichlinge traditionsgemäß ein politisch–
literarisches Programm mit einem gehörigen Schuss Witz und Humor
präsentieren. Wer nicht als integrationsunwillig da stehen möchte, weil er
sich dem kulturellen Leben verweigert, sollte sich schnell um Karten
bemühen.
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