Nathalie Licard kam nach Deutschland völlig ungeplant und völlig
unvorbereitet. Die ersten Tage waren eine Katastrophe: keine 20 Wörter Deutsch,
keine eleganten Frauen, dafür viele arme Kinder, die dicke, hässliche
Ledersandalen tragen mussten. Nathalie Licard war 30, verliebt und bekam einen
Job als Mädchen für alles bei einer Late-Night-Show. Dort wurde sie weiter
gebraucht: als Telefonistin, Ansagerin, Verkörperung des Französischen,
Sidekick, Reporterin für Spezialeinsätze und Sängerin, die nicht singt. Sie
lernte Deutsch, lernte, dass es Humor gibt und witzige Deutsche (sie hatte ja
beste Bedingungen bei der Harald-Schmidt-Show), aber sie widersetzte sich der
Grammatik und den Essgewohnheiten.
Nathalie ist eine Französin und wird es wohl ihr Leben lang bleiben (»Einen
deutschen Pass? Niemals!«). Nach all den Jahren Deutschland ist so viel Stoff
zusammengekommen, dass es für drei dicke Schinken reichen würde. Hier beschränkt
sie sich wirklich auf das Allernötigste… in einem abendfüllenden
Programm.
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